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Boje-Schwedenfreizeit 2013 bis 2025

vom 13. Juli bis 30. Juli 2025

Lenhovda, Småland, Schweden

Tag 14 im Schwedencamp

Man merkt es sofort: Das Ende naht. Noch zweimal Schlafsack-Sudoku, dann heißt es Abschied nehmen. Und heute Morgen wurde es plötzlich ganz real – nicht durch große Reden oder sentimentale Blicke, sondern durchs Wetter. Der Himmel sah schon so aus, als hätte er auch keine Lust mehr auf gute Laune. Wolken schoben sich wie träge Schafe über uns, und der Regen stand quasi schon mit gepacktem Koffer vor der Tür.

Also hieß es: Plan B. (Spoiler: Im Lager bedeutet Plan B meistens „irgendwas drinnen machen, während alle so tun, als fänden sie es gemütlich“.)

Nach dem Frühstück – also nach dem täglichen Kampf um das letzte Stück Käse – stand die ganz große Entscheidung an: Wer will die letzten zwei Nächte in der legendären Grillhütte verbringen?

Die Teilis durften demokratisch mitbestimmen. Das Ergebnis: Ein Teil zog stolz in die Hütte ein, als wären sie in ein schwedisches Luxusressort aufgestiegen. Der Rest rückte in den verbliebenen Zelten so eng zusammen, dass man nachts eigentlich nur noch per Gruppenatmung überleben konnte.

Parallel dazu begann die große „Endlich-mal-alles-sauber-machen“-Aktion. Plötzlich entdeckte man Sachen, die offenbar seit Tag 3 ein geheimes Eigenleben führten. (Ich schwöre, ein Paar Socken hat zurückgeguckt.) Kurz gesagt: Der Abschied lugte schon hinter jeder Staubfluse hervor.

🍽️ Menu du Jour – Schwedenlager Edition

Plat Principal
Rôti rustique en sauce brune mystérieuse Ein saftiger Braten, liebevoll getränkt in der legendären „braunen Soße“ (Geheimrezept: eine Prise Magie und ein Hauch Kantinenromantik).

Accompagnement
Purée de pommes de terre façon Grand-Mère
Zart gestampft, bis auch der letzte Kartoffelwürfel seine Individualität aufgab. Cremig, geschmeidig und mit genug Butter, um ein kleines Dorf zu versorgen.

Légumes du Bonheur
Petits pois et carottes en harmonie nordique
Eine grün-orange Farbkombination, die beweist, dass auch Gemüse Humor haben kann.

Boisson recommandée
Eisgekühltes Brunnenwasser à la Suède – direkt aus der Region.

👉 Küchenteam: Maîtres Cuisiniers Zahli, Lisa & Katti – mit Schürzenwürde, Kartoffelstampfer-Eleganz und einem Mut, der seinesgleichen sucht.

Am Nachmittag

Der Nachmittag stand wieder im Zeichen einer unserer schönsten Lagertraditionen: Die Teilis basteln Geschenke für das Mitarbeitendenteam. Eine wunderbare Gelegenheit, um jahrelang unterdrückte Wahrheiten in Glitzer, Pappe und Holz zu verpacken.

Die Klassiker durften natürlich nicht fehlen:

  • Für das Küchenteam wurde ein handgeschnitzter Kochlöffel aus Holz gefertigt – vermutlich weniger als Werkzeug, sondern eher als Mahnung: „Bitte noch mehr Soße!“
  • Claudia bekam ein brandneues Kiosk-Schild – man munkelt, damit niemand mehr aus Versehen am falschen Ende der Hütte um Süßigkeiten bettelt.
  • Dazu gesellten sich Perlenketten, bemalte Taschen und ein paar Kunstwerke aus Pappe, die wahrscheinlich im Louvre weniger Eindruck machen würden, hier aber schon fast zu Tränen rührten.
  • Natürlich wurde wieder fleißig gesägt (ja, wirklich – Sägen im Ferienlager, pädagogisch wertvoll!) und geklebt, bis die Bastelstube nach einer Mischung aus Werkunterricht und Improvisationstheater roch.

Wir sind gespannt: Wird dieses Jahr die liebevolle Symbolik überwiegen – oder doch die subtile Botschaft „Mach bitte nächstes Jahr den Abwasch schneller“? Wie immer gilt: Tradition verpflichtet. 🎁

Abendprogramm – Level up! Die große Super-Mario-Show

Am Abend hieß es: Willkommen im Pilzkönigreich! 🎮 Die legendäre Super-Mario-Show stand auf dem Plan – mit acht Stationen, die nacheinander bezwungen werden mussten. Und wie im echten Spiel galt: Scheiterst du, startest du von vorne. (Frust, Rage-Quits und dramatische „Wieso ich?!“-Rufe inklusive.)

Die Stationen hatten es in sich:

  • Level 1: Der Goomba-Slalom – Weiche herumliegenden Kissen aus, die erstaunlich aggressiv wirken, wenn man im Halbschlaf durchläuft.
  • Level 2: Bowser’s Kartoffelsack-Sprung – Wer hängenbleibt, landet nicht in Lava, sondern im Gelächter der Zuschauer.
  • Level 3: Münzregen deluxe – Goldene Pappkreise fangen, bevor sie vom Wind davongeweht werden. Bonuspunkte für die, die dabei nicht aussehen wie ein staubsaugender Flamingo.
  • Level 4: Prinzessin retten – eine überdimensionale Barbie aus dem Klettergerüst befreien (wer es schafft, bekommt ein feierliches Kopfnicken vom Publikum).
  • Level 5: Der gefährliche Yoshi-Ritt – eine Sackhüpfen-Challenge, die mehr nach Notaufnahme roch als nach Reitspaß.
  • Level 6: Toads Rätselrunde – Fragen beantworten, die so knifflig waren, dass selbst Google kurz überlegte, ob es sich ausloggt.
  • Level 7: Lakitus Wolkenlauf – Balanceakt über Bierbänke, während Mitarbeiter Papierbälle werfen („Koopa-Panzer light“).
  • Level 8: Endgegner Bowser – hier mussten die Teilis in epischem Showdown einen riesigen Luftballon mit Dartpfeilen bezwingen.

Sobald eine Gruppe an einer Station scheiterte, hieß es: Zurück auf Anfang! Für einige Teilis fühlte sich das an wie eine besonders perfide Mario-Endlosschleife: immer wieder Level 1, bis selbst der Goomba anfing, genervt zu seufzen. Manche entwickelten dabei den Charme von Hamstern im Laufrad – viel Bewegung, null Fortschritt, aber immerhin süß anzusehen.

Und als ob das noch nicht genug Spannung gewesen wäre, sorgte eine kleine Entdeckung für Nervenkitzel der Extraklasse: eine einsame Bananenschale in der Dachrinne beim Jungensklo. Bis heute weiß niemand, wie sie dorthin gelangte. Unfall beim Mario-Kart-Training? Ein missglückter Snack-Schmuggel? Oder einfach nur ein sehr ambitionierter Affe? Fakt ist: Seitdem schaut jeder zweimal nach oben, bevor er Richtung Toilette geht. 🍌

Der Ehrgeiz war geweckt, der Spaß garantiert – und spätestens bei Bowser flogen die Emotionen höher als jede Münze im Spiel. Wer es ins Ziel schaffte, bekam natürlich kein Schloss, aber immerhin Applaus, Stolz und die stille Frage: „Und… wer räumt eigentlich jetzt die Bananenschale weg?“ 👟

Fettis Lagerkolumne: Chaos, Bananenschalen & menschliche Rätsel – Mein Lageralltag

Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich mich frage, ob diese Zweibeiner eigentlich wissen, was sie tun – oder ob ich hier der einzige mit Plan bin. Die Stimmung ist merkwürdig, denn es ist das Ende in Sicht, aber statt Ruhe zu bewahren, wird das Chaos orchestriert.

Da werden Zelte abgebaut, Menschen ziehen in die Grillhütte um – ich frage mich: Warum freiwillig die Sauna wählen, wenn man doch auch draußen atmen kann? Aber gut, vielleicht haben sie eine geheime Schwitz-Philosophie, die ich als Hund natürlich nicht verstehe.

Mittagessen? Braten in brauner Soße mit Kartoffelpüree und Gemüse. Ein Fest für die Sinne – nur leider ein Fest, bei dem ich erneut außen vor bleibe. Ein bisschen mehr Mitgefühl für den besten Freund des Menschen wäre schön.

Nachmittags wird dann wieder gebastelt – Geschenke für die Mitarbeitenden, heißt es. Ich vermute, das ist so eine Zweibeiner-Art, Kritik und Lob in bunte Formen zu gießen. Der Koch bekommt einen Holz-Kochlöffel – wahrscheinlich, weil Zahli und Co. zu oft mit den Fingern gerührt haben. Claudia bekommt ein neues Kiosk-Schild. Wie gut, dass ich das nicht brauche – ich bleibe lieber der stille Beobachter und moralische Kompass.

Zum Abend dann die Super-Mario-Show mit ihren acht Stationen. Das Ganze erinnert mich an eine sehr anstrengende Jagd nach der eigenen Schwanzspitze: Man rennt und rennt, und wenn man scheitert, fängt man wieder von vorne an. Die Bananenschale in der Dachrinne beim Jungensklo als besonderes Hindernis? Ehrlich, wer denkt sich so was aus? Ich bleibe lieber bei meinen sicheren Pfoten.

Während die Menschen sich in einem Wirbel aus Spiel, Basteln und Abschiedstrubel verlieren, halte ich meine Position – als Wächter der Moral, Ruhe und Würde in diesem Lagerchaos. Und falls jemand fragt: Nein, ich habe heute auch keinen Bissen vom Braten abbekommen. Aber ich bleibe tapfer. Schließlich ist Würde eben nicht käuflich.